Fondsklassiker Value-Invest Lux Global Warum Jens Hansen alle Finanz- und Schwellenländer-Aktien verbannt

Jens Hansen managt seit 2001 den Macquarie Value-Invest Lux Global | © Macquarie

Jens Hansen managt seit 2001 den Macquarie Value-Invest Lux Global Foto: Macquarie

Und wieder ein neuer Name – derzeit kommt es im Kreis der von DAS INVESTMENT definierten 100 Fondsklassiker fast jeden Monat zu einer entsprechenden Veränderung. Ging es im Februar um den TBF Global Income (ehemals 4Q Income) und im März um den DWS Concept Platow (ehemals DB Platinum Platow IV), so ist dieses Mal der Value-Invest Lux Global betroffen: Er erscheint im regelmäßigen Fonds-Vergleich unseres Daten-Partners FWW erstmals unter dem Namen Macquarie Value-Invest Lux Global.

Der Grund liegt – man ahnt es bereits – in einer Übernahme. Seit Juni 2018 gehört die Luxemburger Fondsboutique Value-Invest, die den Fonds im Oktober 2001 aufgelegt hat, zur aus Australien stammenden Macquarie-Gruppe. Und auch die zweite Vorahnung trifft vollumfänglich zu: Außer dem Namen ändert sich erst einmal nichts. Die langjährigen Value-Invest-Chefs Jesper Alsing und Jens Hansen bleiben an Bord, wobei Hansen den Lux Global seit mehr als 17 Jahren managt und dafür an seinem in der Vergangenheit bewährten Anlagekonzept festhält.

Dieses sieht, etwas vereinfacht auf den Punkt gebracht, wie folgt aus: Kaufe Aktien, die deutlich unter ihrem Substanzwert notieren, aber vermeide um jeden Preis Rohrkrepierer – also Unternehmen, die mit dauerhaften Schwierigkeiten kämpfen und aus eigener Kraft kaum Chancen haben, zu alter Stärke zurückzufinden. Um in diesem Prozess das Preiswerte vom zu Recht Billigen zu unterscheiden, teilt Hansen sämtliche von ihm und seinem Team analysierte Aktien in fünf Risikogruppen ein.

Unternehmen der Gruppe A zeichnen sich dabei durch besonders stabile Erträge aus, während Gruppe E vorwiegend aus zyklischen und dazu häufig recht hoch verschuldeten Firmen besteht. Letztere sind zwar nicht völlig tabu, müssen aber das Risiko ihres Kaufs durch eine mehr als angemessene Prämie rechtfertigen. In der Regel besteht das auf 35 bis 40 Titel beschränkte Portfolio des Lux Global deshalb zu mehr als 90 Prozent aus Firmen der Kategorien A und B.

Die beschriebene Philosophie macht es Basiskonsumgüter-Produzenten wie General Mills, Danone oder Nestlé vergleichsweise leicht, am Ende prominent vertreten zu sein. Tatsächlich entfällt auf diesen Sektor momentan ein Gewicht von mehr als 50 Prozent. Hinzu kommen zwei weitere Besonderheiten: Aufgrund der häufig fehlenden Transparenz in puncto Risiken verzichtet Hansen generell auf Finanzwerte und auf Unternehmen aus Schwellenländern.

All dies zusammengenommen erklärt, warum der Lux Global zu den wenigen weltweit anlegenden Aktienfonds gehört, die das auch für so manchen Top-Manager rabenschwarze Jahr 2018 ohne rote Zahlen abgeschlossen haben. Denn die größten Verluste gab es im vergangenen Jahr außer in Schwellenländern in eher zyklischen Sektoren wie Energie oder Technologie. Am Ende betrug das Plus zwar nur 0,3 Prozent, doch das reichte, um sich deutlich vom MSCI Welt und dem Durchschnitt der Vergleichsgruppe abzusetzen.

Dauerläufer ohne große Formschwankungen

Anfang 2016 und im zweiten Halbjahr 2018 hat der Macquarie Value-Invest Lux Global deutlich weniger verloren als die Konkurrenz

                                  Quelle: Morningstar

Zwar bleibt der Lux Global 2019 bislang etwas zurück. Für Hansen dennoch kein Grund, jetzt das Risiko zu erhöhen. „Auf dem aktuellen Niveau drohen bei vielen Aktien Rückschläge, wenn sich die optimistischen Konsens-Erwartungen bezüglich des Wachstums nicht erfüllen oder die Zinsen steigen“, warnt er.

Anders bei den von ihm gehaltenen Titeln der Kategorien A und B. Dort sieht Hansen seine Ertragsziele selbst dann nicht gefährdet, wenn das weltweite Zinsniveau auf 4,5 Prozent steigt. Nachgekauft hat er in den vergangenen Monaten außer bei General Mills unter anderem auch bei Sodexo, Novo Nordisk und beim japanischen Elektrowerkzeugproduzenten Makita.