Das Versprechen, am Vertragsende mindestens die eingezahlten Beiträge zurückzuerhalten, führt bei den aktuellen Zinsen garantiert zu Mini-Renditen. Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

„Beitragsgarantie ist Klotz am Bein der Riester-Rente“

„Mehr Kapital im Alter für Alle“, betitelt die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) ihre aktuelle Forderung, mit der sie sich in die laufende Debatte um die Reform der Riester-Rente einschaltet. Konkret sollte es den Anbieter bei der staatlich geförderten Riester-Rente künftig erlaubt werden, auf die bisher noch vorgeschriebene Beitragsgarantie verzichten zu können. Das mache diese Form der privaten Altersvorsorge für alle Einkommensgruppen attraktiver.

Wie die Kapitaldeckung in der Altersvorsorge verbessert werden soll, ist Thema vieler Vorschläge in der aktuellen Reformdiskussion. Um diese miteinander zu vergleichen, beauftragte die INSM ein Gutachten bei Christian Hagist, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschafts- und Sozialpolitik an der WHU Otto Beisheim School of Management. Darin kommt Hagist zu dem Schluss, dass „eine Weiterentwicklung der Riester-Rente der am einfachsten umzusetzende Vorschlag“ sei.

Verzicht auf Beitragsgarantie

Hubertus Pellengahr, INSM

Insbesondere durch den Verzicht auf die Beitragsgarantie könnte die Rendite der Riester-Verträge um 2 bis 3 Prozentpunkte pro Jahr steigen, berechnete Hagist in seiner Studie. Bei einem 40-jährigen Anlagehorizont führe das zu 60 Prozent mehr Kapital am Ende der Laufzeit. Wer pro Jahr 1.000 Euro inklusive der staatlichen Zulagen anlege, hätte dann im Alter rund 120.000 Euro und damit rund 45.000 Euro mehr, als mit der heute vorgeschriebenen Beitragsgarantie.

„Das Risiko eines teilweisen Verlustes der eingezahlten Beiträge dürfte angesichts des langen Anlagezeitraumes sehr gering ausfallen“, erklärt Hagist. Diese Überzeugung teilt inzwischen unter anderem auch der Dachverband der Verbraucherzentralen (VZBV), der die Beitragsgarantie deswegen inzwischen ebenfalls infrage stellt. „Die Beitragsgarantie ist der Klotz am Bein der Riester-Rente“, steht daher für INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr fest.

Ordnungspolitische Grundsätze

Die INSM appelliere eindringlich an die Bundesregierung, bei Förderung der privaten Altersvorsorge ordnungspolitische Grundsätze zu beachten, so Pellengahr weiter: „Der Staat darf seine Bürger dazu verpflichten, für ihr Alter vorzusorgen. Es gehört dann auch zu seinen Aufgaben, die Bürger bei der privaten Altersvorsorge zu unterstützen.“

„Es wäre aber ein grober Verstoß gegen ordnungspolitische Grundsätze, wenn der Staat das Geld seiner Bürger einsammelt, verwaltet und anlegt“, schränkt der INSM-Chef warnend ein. „Die Bürger müssen selber entscheiden dürfen, welcher Bank, Sparkasse oder Versicherung sie ihr Geld anvertrauen und wie es für sie angelegt werden soll.“

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