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„Wir erleben eher eine Verlangsamung als einen zyklischen Abschwung“, so Benjamin Melman, Investment-Experte  bei Edmond de Rothschild Asset Management

Investment-Experte Benjamin Melman Aktuelles Marktgeschehen - von einem Extrem zum anderen

In seinem jüngsten Kommentar sagt Benjamin Melman, dass  ein Rückgang des Gesamtumfelds zu einem plötzlichen starken Einbruch der Marktstimmung führte und benennt dazu vier Faktoren:

  1. Der bisherige Renditeanstieg langlaufender US-Anleihen
  2. Die sinkende Liquidität der großen Zentralbanken
  3. Die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und China
  4. Die Ergebnisse der US-Unternehmen im dritten Quartal

Auf der technischen Seite verstärkten größere Shorts auf den Volatilitätsindex des S&P 500 (VIX) und schnelle Anpassungen durch kontrollierte Volatilität und Long-Short-Aktienfonds die Korrektur. Melman hält diese Marktbereinigungen für übertrieben und erläutert: „Die globalen Finanzbedingungen verschlechterten sich zwar aufgrund einer strafferen Geldpolitik und der Verknappung der Liquidität, aber das fundamentale Umfeld ist nach wie vor gesund“, sagt Melman.

US-Wirtschaft weiter vorn

Die europäische und die chinesische Konjunkturentwicklung verlangsamen sich, während die US-Wirtschaft, angetrieben von Trumps Konjunkturprogrammen, steigt. Doch deren Auswirkungen werden bald nachlassen.

Ein Ende des Zyklus ist jedoch noch nicht in Sicht. Die Inflation ist immer noch harmlos, die Ertragslage der Unternehmen bleibt gesund und ihr Zinsaufwand ist überschaubar. Somit ist trotz der Krise im Oktober keine wirtschaftliche Schwäche zu erwarten. „Wir erleben eher eine Verlangsamung als einen zyklischen Abschwung“, erklärt Melman.

Durch das Konjunkturprogramm der chinesischen Regierung kann der Markt einige positive Überraschungen erleben. Auch der Protektionismus, der aktuell ein hohes Risiko darstellt, könnte durch neue Gespräche zwischen den USA und China nach den US-Zwischenwahlen verringert werden. „Ende Oktober haben wir unsere Allokation in Aktien aus den USA, Europa und den Schwellenländern erhöht, da die Stimmung an den Märkten von einem Extrem ins andere gewechselt hat. Dabei übersehen viele die Möglichkeit, dass es bis zum Jahresende durchaus zu positiven Überraschungen kommen kann“, sagt Melman. „Auch US-Staatsanleihen mit einer 10-Jährigen Laufzeit und einer Rendite von rund 3,2 Prozent halten wir für interessant, da sie vor einer Konjunkturabschwächung schützen.“

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