Martin Hüfner (Gastautor)Lesedauer: 4 Minuten

Martin Hüfner erkennt Zusammenhänge Gold und Populismus

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Viertens: Populistische Politiker sind häufig Anhänger einer expansiven Finanzpolitik, nicht zuletzt um damit Wohltaten für das Volk zu finanzieren. Siehe etwa die massive Steuersenkung, die der amerikanische Präsident im vorigen Jahr in Kraft setzte. Sie treibt das öffentliche Defizit und die Staatsverschuldung nach oben und schürt gleichzeitig Ängste vor Inflation. Das kommt am Ende wieder dem Gold zugute. Denn das gelbe Metall gilt traditionell als Schutz vor Geldentwertung.

Wenn es richtig ist, dass es eine Korrelation zwischen Populismus und Gold gibt, dann hat das Konsequenzen. Denn vieles spricht dafür, dass der Populismus nicht nur eine kurzfristige Modeerscheinung ist, sondern der Beginn einer Ära, die länger dauern könnte. Gideon Rachman von der Financial Times hat vor ein paar Tagen darüber spekuliert, dass die Trump-Ära (nicht Trump selbst natürlich) in der Welt 30 Jahre dauern könnte – so lange, wie die Nachkriegszeit (bis Ende der 70er Jahre) und so lange wie die dann folgende Zeit des globalen Kapitalismus. Das wären dann gute Perspektiven für die Anlageklasse Gold. Der Goldpreis könnte auf über 2.000 Dollar je Feinunze steigen.

Allerdings soll man nicht übertreiben. Es gibt auch Risiken. Eines ist, dass der Populismus zwar politisch erfolgreich ist, nicht aber zwangsläufig ökonomisch. Es ist denkbar, dass der Brexit in einem wirtschaftlichen Desaster endet. Trump könnte mit seiner Wirtschaftspolitik scheitern. Dann ginge es mit dem Populismus schnell zu Ende. Auch der Goldpreis würde wieder fallen.

Ein anderes Risiko ist, dass der Goldpreis durch andere Faktoren überlagert wird. Derzeit kaufen Zentralbanken vermehrt Gold (zum Beispiel Russland, China). Das hat nicht zwangsläufig etwas mit Populismus zu tun. Denkbar ist auch, dass sich ein Zinsanstieg negativ auf den Goldpreis auswirkt. Das würde die Zunahme des Goldpreises bremsen.

Für den Anleger

Gold ist eine gefährliche Anlageklasse. Dahinter steht nur ein einziges Metall und es wirken sehr unterschiedliche Faktoren auf der Angebots- und Nachfrageseite. Es war daher kein Wunder, dass Goldbesitzer in der Vergangenheit oft enttäuscht wurden. Jetzt sieht es aber so aus, als ob die Auftriebskräfte beim Gold stärker werden könnten.

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