Das Geschäft mit Zusatzversicherungen macht für die privaten Krankenversicherer hierzulande mit rund 10 Milliarden Euro knapp ein Viertel aller Beitragseinnahmen aus. Allein zwischen 2018 und 2022 stieg die Zahl der Policen jährlich um durschnittlich 2,8 Prozent auf 29,1 Millionen. Sie kommen derzeit auf mehr als drei Viertel aller PKV-Verträge und dienen zu gut 60 Prozent dazu, den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen zu ergänzen

„Neun von zehn Erwerbstätigen sind Pflichtmitglieder in der GKV. Sie können sich nur mit einer Krankenzusatzversicherung die Vorteile der PKV sichern. Und von dieser Möglichkeit machen immer mehr GKV-Versicherte Gebrauch“, kommentiert Michael Franke, Geschäftsführer der Rating-Agentur Franke und Bornberg. „Die Erfahrung zeigt: Streicht die GKV Leistungen, steigt die Nachfrage für privaten Zusatzschutz“, so Franke weiter. 

Versicherung nach Baukastenprinzip

Michael Franke
Michael Franke: © Franke und Bornberg 

Die Anbieter von Krankenzusatzversicherungen offerieren hierfür Versicherungsschutz nach dem Bausteinprinzip. Besonders gefragt sind beispielsweise Zahn-Zusatzversicherungen. Denn beim Zahnarzt zahlen gesetzlich Versicherte besonders hohe Eigenanteile. „Hochwertige Versorgung kostet deutlich mehr, als die Kasse übernimmt. Wer Wert legt auf ein strahlendes Lächeln, ist für privaten Zusatzschutz besonders aufgeschlossen.“ 

Franke erscheint das Angebot an Krankenzusatzversicherungen „vergleichsweise niedrigschwellig“. Die Prämien seien auf den ersten Blick günstig. „Doch bei mehreren Verträgen addieren sich die Prämien schnell zu einem dreistelligen Betrag“, sagt Franke. Daher könnten Verbraucher schnell den Überblick verlieren. „Welche Zusatz-PKV brauche ich tatsächlich, und worauf kann ich verzichten? Eines steht fest: Ein schlechter Tarif ist immer zu teuer.“ 

Krankenzusatzversicherungen im Rating

Die meisten Anbieter decken alle zwar Segmente der Krankenzusatzversicherung ab. Doch insbesondere bei den Zahnzusatzversicherungen mischen seit einigen Jahren auch viele Sachversicherer mit. In diesem Bereich tummeln sich daher auch die meisten Anbieter. Das zeigt das aktuelle Rating zur Krankenzusatzversicherung. Die Analysten von Franke und Bornberg haben es jetzt überarbeitet. Ihr Ziel sei es, Versicherungsvermittler und ihre Kunden durch den Tarif-Dschungel zu leiten. 

 

Aktuell bewegen sich die Tarife auf einem soliden Niveau, kommentiert Franke die diesjährigen Ergebnisse: „Das Potenzial für Top-Tarife ist ausreichend groß.“ Verbraucher sollten sich deshalb nicht mit einem mittelmäßigen oder sogar minderwertigen Vertrag zufriedengeben. Das Mittelfeld sei mit 27 Prozent guten Bewertungen breit vertreten. Weitere 15 Prozent erzielen sogar die Note FFF (sehr gut) und jeder fünfte Vertrag die höchste Bewertung. 

Sechs Teil-Ratings für Zusatz-Policen 

Um die Bestnote FFF+ (hervorragend) zu erreichen, muss ein Tarif mindestens 85 Prozent der maximal möglichen Punkte erreichen. Die siebenstufige Notenskala reicht herunter bis F- (ungenügend/keine Leistung). Aufgrund der vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten im Markt gliedert Franke und Bornberg seine Branchenstudie in folgende sechs Teil-Ratings, deren jeweilige Notenverteilung wir in der Bilderstrecke oben im Detail zeigen: 

  • Zahnersatz
  • Zahnbehandlung
  • Stationär
  • Sehhilfen
  • Naturheilverfahren
  • Vorsorge
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