Schwellenländer-Profi von Guinness AM „Von diesen 3 Anlageideen versprechen wir uns viel“

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Wie stellen Sie sicher, dass Unternehmen aus Ihrer Ansicht nach vielversprechenden Branchen auch langfristig solide und nachhaltig aufgestellt sind?

Hammonds: Das ist zum Teil auch ein quantitativer Prozess: Wir definieren unser Investment-Universum anhand der oben beschriebenen Qualitätskriterien. Dadurch  nähern wir uns den Unternehmen, die eine starke Erfolgsbilanz vorweisen und über einen längeren Zeitraum hinweg gute Kapitalrenditen erzielt haben. Gemäß unserer Sorgfaltspflicht untersuchen wir dann, ob das Unternehmen voraussichtlich auch in Zukunft gute Ergebnisse erzielen wird, ob das Management das Unternehmen weiterhin gut führen wird, ob gute Kapitalallokationsentscheidungen getroffen werden und ob das externe Umfeld förderlich ist. Und natürlich sehen wir uns an, wie der Markt die zukünftige Geschäftsentwicklung einschätzt. Wenn er die Aussichten übermäßig pessimistisch beurteilt, wir aber glauben, dass das Unternehmen weiterhin gedeihen wird, ist das für uns eine gute Anlagegelegenheit.

Besuchen Sie die Unternehmen, in die Sie investieren?

Hammonds: Das gehört nicht unbedingt zu unserem Investitionsprozess. Wir treffen uns mit der Unternehmensleitung, um die Geschäftsentwicklung zu überprüfen und das Geschäftsmodell, die Branche und das Wettbewerbsumfeld besser zu verstehen. Das ist aber keine Voraussetzung für Investitionen.

Drei aktuell gute Anlageideen in den Schwellenländern?

Hammonds: Zum Beispiel das chinesische Finanzkonglomerat Ping An Insurance. Sein Hauptanteil besteht aus Lebensversicherungen, Sachversicherungen und Banken. Die Dividende ist seit 2011 jedes Jahr gestiegen, von 17 Prozent 2011 auf 32 Prozent 2018. Die jüngsten Ergebnisse waren sowohl im Versicherungs- als auch im Bankbereich stark. Wir sehen dieses Unternehmen strukturell gut positioniert – gerade auch mit Blick auf die alternde und zunehmend wohlhabende Bevölkerung in China.

Oder das indische IT-Dienstleistungsunternehmen Infosys. Es bietet Projektberatung und ausführende Dienstleistungen für Unternehmen auf der ganzen Welt an. Die meisten Mitarbeiter sind in Indien beschäftigt. Rund 60 Prozent des Umsatzes entfallen auf US-Unternehmen, 24 Prozent auf Europa.

Die Spar-Gruppe ist ein Einzelhandelsunternehmen. Es hat in Südafrika 2.308 Filialen, in Irland 1.381 und in der Schweiz 327 Filialen. Die Ergebnisse für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2019 waren trotz eines schwierigen Einzelhandelsumfelds in Südafrika insgesamt gut und stimmen uns optimistisch. Auch in Irland war das Geschäft stark, in der Schweiz etwas schwächer. Spar will jetzt nach Polen expandieren und hier 77 Supermärkte von einem anderen Anbieter übernehmen.


Über den Interviewten:
Mark Hammonds kam 2012 zu Guinness Asset Management. Seit 2013 managt er für den Londoner Fondsanbieter schwerpunktmäßig Investments in Asien und Schwellenländern. Zum Investment-Team des Guinness Emerging Markets Equity Income Fund gehören neben Hammonds auch Edmund Harriss und Sharukh Malik. Hammonds managt außerdem den Guinness Asian Equity Income Fund.

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