2 deutsche Metropolen an der Spitze In diesen Städten droht Blasengefahr

Platz 7: Zürich

Zürich | © Pixabay/Jörg Vieli

Blick über die Quaibrücke auf das Fraumünster in Zürich © Pixabay/Jörg Vieli

Blasenindikator: 1,51

Akute Überhitzung am Wohnimmobilienmarkt sehen die UBS-Experten im schweizerischen Banken- und Finanzzentrum Zürich. Laut der Auswertung ist die Blasengefahr - global gesehen - gerade in Europa aktuell recht hoch. Ein Index-Wert größer als 1,5 markiert laut der Analyse die Gefahr einer Preisblase.

Der ökonomische Einbruch im Zuge der Corona-Krise macht sich in einigen Wirtschaftsbereichen schmerzlich bemerkbar. Andernorts ist davon allerdings kaum etwas zu spüren. Zum Beispiel auf dem Markt für Wohnimmobilien. Hier kletterten die Preise in den vergangenen vier Quartalen ganz unverdrossen nach oben, Krise hin oder her. Die Beobachtung stammt von Analysten der UBS. Bei der Schweizer Großbank hat man sich die Wohnungsmärkte in 25 beliebten Großstädten weltweit angesehen und Daten für den aktuellen UBS Global Real Estate Bubble Index 2020 gesammelt.

Der Blasenindex, berechnet von UBS Global Wealth Management, ermittelt sich anhand von Indikatoren wie Bruttoeinkommen und Mieten, die in den Städten vorherrschen. Die Studienautoren setzen alle Faktoren gewichtet zueinander in Beziehung und errechnen aus ihnen einen Indexwert. Werte zwischen minus 1,5 und minus 0,5 gelten als faire Bewertung, minus 0,5 bis 0,5 gelten als überbewertet. Ab 1,5 beginnt das Risiko einer Preisblase.

Laut der Studie gibt es eine ganze Reihe internationaler Metropolen, in denen die Wohnimmobilienpreise aktuell sogar deutlich aus dem Rahmen fallen. Als besonders überhitzt gelten Wohnungsmärkte dort, wo die Kaufpreise für Immobilien sich sehr weit von den Mietpreisen entfernt haben. So weit, dass es sich nüchtern betrachtet nicht lohnt, ein Objekt überhaupt zu kaufen anstatt es zu mieten. Es sei denn, der Käufer erwirbt die Immobilie einzig und allein, weil er auf steigende Preise hofft und sie später gewinnbringend weiterverkaufen möchte. In dem Fall bastelt er in der Regel auch schon fleißig mit an der Blase, die sich da auftut: Die Preise haben keine handfeste Grundlage mehr. Platzt die Blase, sind Investoren viel Geld los.

Im aktuellen Blasen-Index der UBS liegen zwei deutsche Metropolen in der Auswertung ganz vorn: Hier haben die Preise so luftige Niveaus erreicht, dass sie auch schockartig wieder in sich zusammenzufallen könnten, warnen die Analysten (in unserer Bilderstrecke auf Platz 1 und 2).

In Europa sei die Situation momentan besonders kritisch. Chefanlagestratege für UBS Deutschland Maximilian Kunkel warnt mit Blick auf die besonders überbewerteten deutschen Städte: „Gerade Investoren, die aus Renditeüberlegungen Käufe in diesen Regionen Deutschlands erwägen, sollten derzeit Vorsicht walten lassen. Auch deshalb, weil die aktuellen Immobilienpreise noch nicht die langfristigen Folgen der Pandemie reflektieren.“

Hier die vollständige List von UBS Global Wealth Management:

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