Der ehemalige Vorstandschef von Wirecard, Markus Braun. | © imago images / argum / Falk Heller Foto: imago images / argum / Falk Heller

Milliarden, Milliarden, Milliarden

Das sind Aktie, Markt und Fonds des Monats Juni 2020

Debakel des Jahres: Wirecard

Wir legen uns an dieser Stelle schon mal fest und erklären Wirecard zum Debakel des Jahres. Denn es dürfte bei bestem Willen nicht mehr zu über- beziehungsweise unterbieten sein. War der Aschheimer Zahlungsdienstleister noch im September 2018 ein gefeierter Dax-Einsteiger, liegt das Unternehmen jetzt in Schutt und Asche.

Ex-Vorstandschef Markus Braun ist nur noch gegen eine Kaution von 5 Millionen Euro auf freiem Fuß. Das ehemalige Vorstandsmitglied Jan Marsalek wird auf den Philippinen gesucht. In der Bilanz klafft ein Loch, wo eigentlich 1,9 Milliarden Euro als Sicherheiten auf Bankkonten liegen sollten. Auf den langjährigen Wirtschaftsprüfer EY rollt eine Klagewelle zu. Und die Wirecard-Aktie notiert unter 4 Euro (Stand 25. Juni 2020). Am 18. Juni startete sie noch bei rund 100 Euro in den Tag.

Am 25. Juni folgt ein vorläufiger Höhepunkt: Nachdem zahlreiche Kunden mit kalten Füßen abgesprungen sind, meldet das Unternehmen Insolvenz an. Der Rausschmiss aus dem Dax ist nur noch eine Frage der Zeit.

Markt des Monats: Euro-Unternehmensanleihen

Ob es verdient ist oder nicht, wird sich zeigen, wenn eine zweite Corona-Welle kommt oder ausbleibt. Denn Unternehmensanleihen, gleichwohl mit Investmentqualität und aus dem Hochzinssegment, haben sich von ihrem Sturz im März kräftig erholt. Allerdings haben sie noch nicht ihre Vorkrisenstände wieder erreicht.

Einerseits hatte sich die Corona-Panik an den Anleihemärkten im April wieder einigermaßen gelegt. Geholfen hat aber auch, dass die Europäische Zentralbank die Schlagzahl erhöht hat, mit der sie Unternehmensanleihen kauft. Seit April langt sie außerdem bei Hochzinsanleihen zu, allerdings nur mit einem Rating von mindestens BB. Damit betrifft das Kaufprogramm insbesondere die sogenannten Fallen Angels – also Anleihen, deren Rating von Investment Grade in den Hochzinsbereich absackte. Denn die landen meist erstmal auf der Stufe BB.

Fonds des Monats: JPM Global High Yield Bond

Schon der April war für den Anleihefonds JPM Global High Yield Bond (ISIN: LU0344579056) mit Zuflüssen von 615 Millionen Euro nicht übel. Im Mai regnete es dann aber noch einmal richtig rein, mit mehr als einer Milliarde Euro frischem Geld.

Inzwischen ist der von Robert Cook und Thomas Hauser gemanagte Fonds 7,4 Milliarden Euro schwer. Er enthält Hochzinsanleihen aus den globalen Industrieländern. Wobei die USA mit einer Gewichtung von derzeit 95,5 Prozent zweifellos der Löwenanteil stellen.

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