Fondsmanager Holger Schmitz Diese Anlagen schützen vor Inflation

Holger Schmitz, Vorstand von Schmitz & Partner: „Kapitallebensversicherungen sind jetzt ganz besonders gefährdet.“ | © Schmitz & Partner

Holger Schmitz, Vorstand von Schmitz & Partner: „Kapitallebensversicherungen sind jetzt ganz besonders gefährdet.“ Foto: Schmitz & Partner

Für Oktober 2018 wird die Inflationsrate in Deutschland laut Statistischem Bundesamt voraussichtlich bei 2,5 Prozent liegen. Dies wäre nicht nur eine weitere Beschleunigung der Kaufkraftentwertung um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat, sondern zugleich der höchste Stand seit September 2008 – dem Ausbruch der globalen Finanzkrise.

Gleichzeitig liegt dieser Wert deutlich oberhalb des Inflationsziels der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,0 Prozent. Dennoch deutet alles auf weiterhin niedrige Zinsen innerhalb der Euro-Zone hin. Die Folge für Sparer: Der sichere Realverlust bei sämtlichen Guthaben auf dem Sparbuch oder dem Festgeldkonto wird immer größer.

Kapitallebensversicherungen sind besonders bedroht

In diesem Szenario ganz besonders gefährdet sind Kapitallebensversicherungen, die in Deutschland gerade zur Altersvorsorge sehr beliebt sind. Rund 88 Millionen Lebensversicherungsverträge gibt es in Deutschland, statistisch hat also jeder Bürger mehr als eine.

Laut einem kürzlich bekannt gewordenen Strategiepapier des Bundesfinanzministeriums unterliegen derzeit bereits 34 Lebensversicherer einer intensivierten Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Grund: Für die betreffenden Gesellschaften zeichnet sich ab, dass sie mittel- bis langfristig finanzielle Schwierigkeiten haben könnten, wenn die Leitzinsen weiterhin so niedrig bleiben wie aktuell. Somit ist bereits jetzt absehbar, dass sich bei der Altersvorsorge breiter Bevölkerungsanteile die Risiken drastisch erhöhen werden.

Fakt ist: Lebensversicherungen garantieren keine Sicherheit mehr. Hierzu passt, dass im Januar 2016 – weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit – Paragraf 314 des deutschen Versicherungsaufsichtsgesetzes geändert wurde. Das bedeutet im Klartext: Die Auszahlung von Geldern oder sogar die Versicherungssummen können von der BaFin neu festgelegt werden. Zudem ermöglicht die Regelung der staatlichen Aufsichtsbehörde einen direkten Zu- und Eingriff auf und in die Ersparnisse von Lebensversicherungskunden. In letzter Konsequenz führt dies dazu, dass Versicherte teilweise oder sogar ganz auf ihre Ansprüche verzichten müssen.

Doch was sollten Bürger jetzt tun, um sich aus der Zwangslage geringer Zinsen einerseits und steigender Inflation andererseits zu befreien?

Edelmetalle sind wieder interessant

Seit Anfang 2018 ist der Preis für Gold um rund 10 Prozent gefallen, der von Silber sogar um circa 15 Prozent. Dieser Rückgang war jedoch maßgeblich durch eine hohe Anzahl an Short-Kontrakten begründet, mit denen Spekulanten auf fallende Notierungen wetteten. Da keine fundamentalen Gründe für die Preisentwicklung vorliegen, ist jetzt möglicherweise genau der richtige Zeitpunkt, um in die Edelmetalle zu investieren.

Zusätzlich zu dem aktuell günstigen Bewertungsniveau überzeugen Gold und Silber durch enorm hohe Wertbeständigkeit. Gerade Gold ist berühmt dafür, auch über sehr lange Zeiträume einen vollständigen Kaufkrafterhalt zu gewährleisten. Ein gewichtiger Vorteil gerade im Vergleich zur Schwachwährung Euro, deren Wert sich zunehmend verringert.

Auch Aktien schützen

Im Gegensatz zu klassischen Sparern, die auf Zinsen angewiesen sind und damit stark von den Entscheidungen der Zentralbank abhängen, legen Aktieninvestoren ihr Kapital direkt in den Betrieben einer Volkswirtschaft an. Diese Unternehmen entwickeln sich im Zeitablauf weiter, somit erhöht sich auch ihr Wert an der Börse. Dadurch bieten Aktien einen effektiven Schutz vor Inflation und haben sich langfristig als die rentabelste Anlageklasse erwiesen.

Jedoch kommt es darauf an, in welche Unternehmen und Märkte man sein Geld investiert. Aufgrund der vielschichtigen und sich weiterhin verschärfenden Probleme innerhalb der Eurozone empfehlen wir Anlegern, ihr Kapital bevorzugt in Regionen anzulegen, die stabile Rahmenbedingungen und starke Währungen bieten. Gute Beispiele hierfür sind die Schweiz und Norwegen.