Demonstration gegen den Mietendeckel am Brandenburger Tor: Kritiker befürchten, dass sich Investoren aus Berlin zurückziehen. | © imago images / Christian Mang Foto: imago images / Christian Mang

„Politik aus der sozialistischen Mottenkiste“

Ökonom wettert gegen Mietendeckel

Der Wirtschaftsprofessor Lars Feld äußert sich im aktuellen Gutachten der Immobilienweisen mit deutlichen Worten zum neuen Gesetz zur Deckelung der Mieten in Berlin. „Der Mietendeckel entspricht einer schleichenden Enteignung der Vermieter“, sagt Feld, der an der Universität Freiburg tätig ist. Ein Großteil der Betroffenen seien private Kleinvermieter, heißt es in der Analyse.

Durch eine „Politik aus der sozialistischen Mottenkiste“ werde sich die Wohnungsnot und Unzufriedenheit nicht langfristig lösen lassen, so der Professor. Radikale Maßnahmen seien schon in den 1970er Jahren gescheitert. Stattdessen sollte die Politik auf der Angebotsseite ansetzen. „Investitionen müssen für Bauunternehmen attraktiver gemacht werden“, fordert Feld. Dafür seien weniger Regulierungen, schnellere Genehmigungen und deutlich mehr Bauland notwendig.

Auch die Diskussion über Enteignungen von Immobilienkonzernen kritisiert der Ökonom: „Maßnahmen wie Enteignungen und Mietendeckel werden keinen Quadratmeter zusätzlichen Wohnraum generieren, aber schon jetzt haben sie solchen potenziell zerstört.“ Laut Feld wird der Mietendeckel Investoren abschrecken. Geld für Folgeprojekte könnte durch geringere Mieteinnahmen fehlen. Zudem dürften Vermieter Sanierungen aufschieben.

„Man sollte sich auf die Fähigkeiten des Marktes und die Knappheitssignale von Preisen verlassen“, so der Ökonom weiter. Um soziale Härtefälle aufzufangen, könne das Wohngeld reformiert und mehr Menschen zugänglich gemacht werden.

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