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Konjunktur in Zahlen Der jüngste US-Zinsentscheid beruhigt die Märkte

Pop-up-Stand eines US-Kosmetikherstellers in New York
Pop-up-Stand eines US-Kosmetikherstellers in New York: Die Gewinne der US-Unternehmen sind im 2. Quartal um rund 6 Prozent und die Umsätze um 12,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen. | Foto: Imago Images / Levine-Roberts

Internationale Aktien legten auch in der Woche vom 23. bis 29. Juli 2022 zu, während die US-Zehnjahresrendite unter den Vorwochenwert von 2,75 Prozent fiel. Das Barrel Rohöl der Sorte West Texas Intermediate verteuerte sich von 94 US-Dollar in der Woche zuvor auf 100 US-Dollar. Gemessen am CBOE Volatility Index (VIX) verringerte sich die Volatilität von 23,1 zum Wochenschluss auf 21,4.

US-Wirtschaft auch im 2. Quartal geschrumpft

Nach einem Minus von 1,6 Prozent (annualisiert) im 1. Quartal ging das US-BIP auch im 2. Quartal zurück, diesmal um 0,9 Prozent. Nach 1,8 Prozent Zuwachs im 1. Quartal ist der private Verbrauch im 2. Quartal nur noch um 1 Prozent gestiegen. Schwach war vor allem die Güternachfrage. Ein Lichtblick ist der PCE-Preisindex: Nach 5,2 Prozent (annualisiert) im 1. Quartal sind die Verbraucherpreise jetzt nur noch um 4,4 Prozent gestiegen.

Fed erhöht Zinsen um 75 Basispunkte

Wie allgemein erwartet hat die amerikanische Notenbank den Zielkorridor für die Federal Funds Rate um 75 Basispunkte angehoben, auf 2,25 bis 2,5 Prozent. Der Offenmarktausschuss gab zu, dass Konsum und Produktion zuletzt schwächer waren, verwies aber zugleich auf den noch immer hohen Beschäftigungszuwachs. Weitere Zinserhöhungen seien daher angebracht. Beruhigend für die Märkte waren Äußerungen von Notenbankchef Jerome Powell. Er bezeichnete den Leitzins jetzt als „weitgehend neutral“, sodass man sich nach den frühzeitigen Zinserhöhungen jetzt wieder mehr an den Konjunkturdaten orientieren könne. Für die Zukunft wird mit kleineren Zinsschritten gerechnet. Allerdings könnten sich die Erwartungen wegen der vielen Datenveröffentlichungen vor der Sitzung am 21. September durchaus wieder ändern.

Deutsches Konsum- und Geschäftsklima im Juli sehr schwach

Nach dem jüngsten ifo-Geschäftsklimaindex steht Deutschland an der Schwelle zur Rezession, meint ifo-Präsident Clemens Fuest. Nach 92,2 im Juni fiel der Index im Juli auf ein Zweijahrestief von 88,6. Eine wesentliche Rolle spielte die anhaltende Energieknappheit infolge der deutschen Abhängigkeit von russischem Erdgas. Gazprom hat Nord Stream 1 zwar wieder in Betrieb genommen, doch wurden die Lieferungen erneut halbiert, sodass die Pipeline nur mit 20 Prozent ihrer Kapazität arbeitet. Deutschland wird es schwerfallen, genügend Gas für den Winter einzulagern. Um eine Energiekrise zu verhindern, einigten sich die EU-Mitglieder diese Woche auf eine freiwillige Verbrauchssenkung um 15 Prozent, die bei einer Notlage bindend werden soll. Am Donnerstag ist das GfK-Konsumklima auf ein Rekordtief von 30,6 gefallen.

IWF senkt Weltwirtschaftsprognose erneut

Diese Woche hat der Internationale Währungsfonds seine Prognose für das Weltwirtschaftswachstum in diesem Jahr zum dritten Mal gesenkt. Er rechnet jetzt nur noch mit 3,2 Prozent, nach 3,6 Prozent im April und 4,4 Prozent im Januar. 2023 soll das Wachstum dann weiter fallen, auf 2,9 Prozent. Es könne aber auch noch niedriger ausfallen. Außerdem rechnet der IWF mit 8,3 Prozent Inflation in diesem und 5,7 Prozent im nächsten Jahr.

Hohe Preise und steigende Zinsen schwächen US-Wohnimmobilienmarkt

Im Juni wurden in den USA 8,1 Prozent weniger neue Immobilien verkauft als im Vormonat und damit so wenige wie zuletzt zu Beginn der Pandemie. Wegen der hohen Preise und steigenden Hypothekenzinsen können sich viele Amerikaner kein Eigenheim mehr leisten. Auch die schwebenden Hausverkäufe gingen im Juni zurück und waren um 8,6 Prozent niedriger als im Mai, während der Case-Shiller US Home Price Index von Mai 2021 bis Mai 2022 um 19,75 Prozent gestiegen ist. Außerdem berichtete die Mortgage Bankers Association, dass in der Vorwoche so wenige Hypothekenkredite beantragt worden waren wie zuletzt im Jahr 2000.

Kurz gefasst

Am Freitag, 29. Juli wurde der US-Arbeitskostenindex veröffentlicht. Im 2. Quartal ist der für Notenbankchef Powell wichtige Inflationsindikator um 1,3 Prozent gestiegen.

Wegen der hohen Inflation mussten US-Verbraucher mehr für Güter und Dienstleistungen bezahlen. Im Juni stiegen die Haushaltsausgaben daher unerwartet stark, um 1,1 Prozent nach nur 0,3 Prozent im Mai.

Am Mittwoch, 27. Juli stimmte der US-Senat einem Gesetz zu, das mehr als 52 Milliarden US-Dollar Subventionen für Halbleiterhersteller vorsieht, die in den USA produzieren. Außerdem ist eine milliardenschwere Forschungs- und Entwicklungsförderung vorgesehen. Jetzt hat das Repräsentantenhaus das Wort, das das Gesetz voraussichtlich verabschieden wird.

Chinas Bevölkerung wächst nicht mehr so schnell und dürfte spätestens 2024 schrumpfen, berichteten chinesische Staatsmedien.

Im Juli fiel der Konsumklimaindex des Conference Board auf 95,7, der dritte negative Monat in Folge. Im Juni hatte er noch 98,4 betragen.

Die australische Inflation ist im letzten Quartal auf ein 21-Jahres-Hoch gestiegen. Die Verbraucherpreise waren um 6,1 Prozent höher als vor einem Jahr, der Kernindex um 4,9 Prozent. Vermutlich wird die australische Notenbank ihren Leitzins am Dienstag um 50 Basispunkte anheben.

Wie die Financial Times berichtet, will China chinesische Unternehmen mit einer US-Börsennotierung in drei Kategorien einteilen: Firmen mit geheimen Daten, Firmen mit sensiblen Daten und Firmen ohne sensible Daten. Das solle den Entzug der US-Börsenzulassung verhindern, den die amerikanische Wertpapieraufsicht wegen der Nichteinhaltung der amerikanischen Buchprüfungsregeln angedroht hat. Die US-Behörden teilten aber mit, dass sie keinerlei Einschränkung ihres Zugangs zu chinesischen Prüfberichten akzeptieren würden. Damit sind die Notierungen von 270 Unternehmen gefährdet.

Im Euroraum ist das BIP im 2. Quartal trotz hoher Inflation und nachlassendem Konsum- und Geschäftsklima um 0,7 Prozent gestiegen. In der ersten Jahreshälfte hat der Neustart der Wirtschaft geholfen. Für die kommenden Monate erwartet man wegen der höheren Inflation und der anhaltenden Lieferengpässe aber weniger Wachstum.

In Deutschland ist der harmonisierte Verbraucherpreisindex im Juli auf einen vorläufigen Wert von 8,5 Prozent zum Vorjahr gestiegen, nach 8,2 Prozent im Juni.

Der demokratische Mehrheitsführer im US-Senat, Chuck Schumer aus New York, und sein Fraktionskollege Joe Manchin aus West Virginia haben sich grundsätzlich auf höhere Energie- und Gesundheitsausgaben sowie Steuererhöhungen geeinigt. Das Gesetzespaket muss aber noch einige Hürden nehmen, bevor es im Senat im Rahmen des sogenannten Reconciliation-Prozesses zur Abstimmung kommt. Hier haben beide Parteien 50 Mandate.

In den USA wurden zuletzt 256.000 Erstanträge auf Arbeitslosengeld gestellt, 5.000 weniger als der nach oben revidierte Vorwochenwert von 261.000. Seit dem Tiefststand von 166.000 im März ist die Zahl kontinuierlich gestiegen.

Gewinnmeldung

56 Prozent der S&P-500-Unternehmen haben bis jetzt ihre Ergebnisse für das 2. Quartal 2022 vorgelegt. Kombiniert mit Schätzungen für die übrigen 44 Prozent sind die Gewinne laut FactSet Research um etwa 6 Prozent und die Umsätze um etwa 12,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen. Ein wichtiges Thema waren diese Woche die überraschend hohen Gewinne von Technologieunternehmen. 

Weitere Markteinschätzungen von MFS Investment Management finden Sie hier.

Die hier dargestellten Meinungen sind die der Autoren und können sich jederzeit ändern. Sie dienen ausschließlich Informationszwecken und dürfen nicht als Empfehlung, Aufforderung oder als Anlageberatung verstanden werden. Prognosen sind keine Garantien.

Quellen: MFS Research, Wall Street Journal, Financial Times, Reuters, Bloomberg News, FactSet Research, CNBC.com. 

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.