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Langfristprognose JP Morgan AM erwartet niedrigere Erträge an den Börsen

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Für US-Standardaktien bleibt die Renditeprognose bei 4,1 Prozent pro Jahr. Für Aktien der Eurozone werden statt 5,2 Prozent nun 5,8 Prozent erwartet. Mit japanischen Aktien seien 5,0 Prozent drin, zuletzt betrug die Prognose 5,1 Prozent. Kräftig nach unten ging es für britische Aktien – von 6,7 Prozent auf 4,1 Prozent. Für Aktien aus Schwellenländern senkte JP Morgan AM die prognostizierte Rendite von 6,8 Prozent auf 6,6 Prozent. Die globale Aktienrendite wird laut JP Morgan AM in US-Dollar umgerechnet bei 5,0 Prozent liegen, bisher wurden 5,1 Prozent erwartet. „Die Aktienrenditen zeigen sich für diesen Zyklus selbst nach einem Jahr starken Wachstums stabil. Eine stärkere Berücksichtigung führender Unternehmen des grünen und digitalen Übergangs kann für stabilere Margen und Rückenwind durch Bewertungen sorgen“, sagt Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege der Fondsgesellschaft.

Am Rentenmarkt sind mit zehnjährigen US-Staatsanleihen 2,4 Prozent jährlich drin, die bisherige Prognose ging von 1,6 Prozent aus. Angesichts einer Inflationsschätzung von 2,3 Prozent für die USA bedeutet das dennoch eine reale Rendite nahe Null. Zehnjährige Euro-Staatsanleihen bringen nominal 1,25 Prozent, zehnjährige britische Staatsanleihen 1,7 Prozent – was deutlich negative Realrenditen bedeutet. „Staatsanleihen sind in vielen Staaten der Welt also weiterhin wenig attraktiv, Unternehmensanleihen bleiben unser bevorzugter Anleihesektor“, so Galler.


Gute Langfristerträge versprechen nach wie vor die alternativen Anlageklassen, so JP Morgan AM. Bei Private Equity sind es 8,1 Prozent, zuletzt lag die Prognose bei 7,8 Prozent. Private Debt soll 6,9 Prozent bringen, bisher rechneten die Experten mit 6,8 Prozent. Bei realen Vermögenswerten gebe es weiterhin besondere Anlagechancen. „Real Assets sind mit ihren regelmäßigen Ertragsströmen von Immobilien, Infrastruktur und Transportinvestments besonders willkommen, wenn die Anleiherenditen wenig Ertrag bieten“, sagt Galler.

Portfolios, mit denen es in der Vergangenheit möglich war, die Ertragsziele zu erreichen, müssten für die Zukunft gerüstet werden, so der Kapitalmarktstratege. „Neben einem Fokus auf Hochzinsanleihen sollte die Aktienallokation internationaler werden und die Ergänzung alternativer Anlageklassen ist ebenso Pflicht wie verlängerte Zeithorizonte bei der Anlage sowie ein sorgfältiges Liquiditätsmanagement“, meint Galler.

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