Generalbevollmächtigter Thomas K. Letztes Urteil gegen ehemaligen Wölbern-Manager verkündet

Elbphilharmonie: Die Hamburger Hafencity war Standort der Wölbern Invest. | © www.mediaserverhamburg.de / jorg modrow

Elbphilharmonie: Die Hamburger Hafencity war Standort der Wölbern Invest. Foto: www.mediaserverhamburg.de / jorg modrow

Mit ihrem jetzt verkündeten Urteil gehen die Richter am Hamburger Landgericht beim Strafmaß um zwei Monate über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus, die ein Jahr und acht Monate auf Bewährung gefordert hatte. Zur Last gelegt wurde Thomas K., dass er sich als ehemaliger Generalbevollmächtigter des Hamburger Fondshauses Wölbern Invest der Beihilfe zur Untreue schuldig gemacht habe. Der Angeklagte hatte ein entsprechendes Geständnis abgelegt.

Laut einem Bericht des „Handelsblatts“ habe K. spätestens seit 2011 von der dramatischen finanziellen Lage Wölbern Invests gewusst. Dennoch habe er den Abfluss von Geldern in dreistelliger Millionenhöhe nicht gestoppt und auch nicht auf Rechtmäßigkeit überprüfen lassen. Mit dem Geständnis und dem Urteil ende nun der zweite große Strafprozess um den Anlegerskandal beim früheren Hamburger Emissionshaus Wölbern Invest nach 16 Monaten Verhandlungsdauer.

In einem vorherigen Strafverfahren war 2015 der ehemalige Geschäftsführer des Anbieters mehrerer geschlossener Immobilienfonds, Heinrich Maria Schulte, wegen Untreue zu einer Haftstrafe von achteinhalb Jahren verurteilt worden. Die 1956 gegründete Wölbern Invest hatte 2013 Insolvenz beantragt, nachdem öffentlich wurde, dass Kundegelder auf das Privatkonto des Medizinprofessors und Wölbern-Chefs Schulte umgeleitet worden sein sollen.

Betroffen sind von der Wölbern-Pleite rund 35.000 Anleger, aus deren Fonds Liquidität in Höhe von mehr als 147 Millionen Euro abgeflossen sein sollen. Vor Gericht verantworten mussten dich dafür neben den Wölbern-Managern Schulte und K. auch zwei frühere anwaltliche Berater des Ex-Geschäftsführers. So wurde das Verfahren gegen Juristen aus der Kanzlei Bird & Bird gegen Zahlung einer Geldauflage in Höhe von 60.000 Euro Ende 2018 eingestellt.