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Bei Anlegerlieblingen nachgefragt So stellen sich bekannte Fondsmanager jetzt auf (Teil 1)

 | © Acatis Gané

© Acatis Gané

Henrik Muhle, Co-Fondsmanager, über den Acatis Gané Value Event (ISIN: DE000A0X7541)


Wie waren Sie zu Beginn des März aufgestellt?

Unsere Aktienquote betrug 67 Prozent, 33 Prozent waren in Cash und Anleihen angelegt, der Großteil davon in Geldmarktersatzanleihen in Norwegischen Kronen.

Was im Portfolio lief im März gut, was nicht so?

Wir müssen zugeben, dass wir das Ausmaß der Krise so nicht vorhergesehen haben. Unsere Aufstellung war verhalten defensiv, aber nicht defensiv genug, um den Crash deutlicher abzufedern. Dafür hätte die Aktienquote niedriger sein müssen. Zudem tätigten wir relativ frühzeitig erste Zukäufe, und darüber hinaus sorgten unsere Geldmarktersatzanleihen in Norwegischen Kronen für Renditeeinbußen. Diese Anleihen besitzen ein AAA-Rating, aber wir haben nicht vorhergesehen, dass die Währung kurzfristig fast ein Drittel gegenüber dem Euro verliert. Insgesamt konnten wir uns die Situation jedoch zunutze machen und einen Teil unserer Cash-Positionen zum Einstieg in aussichtsreiche Aktien verwenden.

Betreiben Sie Risikosysteme? Wann haben die wie angeschlagen?

Im Vergleich zu den Markteinbrüchen 2009, 2011, 2015 oder auch 2018 haben unsere Risikosysteme nicht so gut angeschlagen. Das Corona-Virus war zwar schon einige Zeit sichtbar, aber die Pandemie und ihre Folgen kamen plötzlich und die Märkte rauschten fast ungebremst inmitten eines negativen Zinsumfelds in die Tiefe.

Wie haben Sie Ihr Portfolio im März verändert?

Wir sind antizyklisch vorgegangen und haben die Aktienquote auf 85 Prozent erhöht. Prominent im Portfolio sind nun zum Beispiel Amazon, Microsoft, Apple, SAP und Wix.com vertreten, da diese teilweise von der jetzigen Situation, zumindest aber von der sich durch die Pandemie sogar noch beschleunigenden Digitalisierung profitieren werden. Auch haben wir sogenannte Dividenden-Aristokraten erworben oder entsprechende Positionen aufgestockt, darunter BASF, Bayer, Allianz und Münchner Rück. Gerade die Allianz erlebte einen übertriebenen Kursverfall, da Shortseller auf einen Ausfall der Hauptversammlung und der Dividende spekulierten. Die Hauptversammlung wird aber am 6. Mai 2020 stattfinden und die Allianz verfügt über eine herausragende Kapitalstruktur. Abgebaut in der Gewichtung haben wir Positionen wie LVMH, L’Occitane und AB InBev, die bis auf weiteres unmittelbar von Umsatzeinbrüchen aufgrund von Store- und Restaurantschließungen betroffen sind.

Wie sind Sie jetzt aufgestellt und blicken in die Zukunft?

Wir sind überzeugt, dass sich die Welt von dieser Krise erholen wird. Das Zinsniveau wird niedrig bleiben, die Notenbanken sind ultraexpansiv und durch Nachholeffekte und die fiskalpolitischen Maßnahmen wird auch die Wirtschaft wieder anrollen. Zudem darf man nicht vergessen, dass sich für langfristig orientierte Investoren nun auch Opportunitäten für einen günstigen Einstieg in Unternehmen mit erstklassigen und stabilen Geschäftsmodellen bieten. Solche Unternehmen werden gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Wie hoch war und ist Ihre Kasse?

Mittlerweile halten wir nur noch 15 Prozent in Liquidität und Anleihen. Der Rest in Aktien.

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