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Bei Anlegerlieblingen nachgefragt So stellen sich bekannte Fondsmanager jetzt auf (Teil 3)

Frank Fischer, Fondsmanager, über den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen (ISIN: DE000A1JSWP1)


Wie waren Sie zu Beginn des März aufgestellt?

Wir waren zu Beginn des März mit einer Aktienquote von rund 72 Prozent relativ offensiv unterwegs. Im Monatsverlauf haben wir dann die Absicherungsquote immer wieder taktisch angepasst, weil wir einerseits die technische Erholung mitnehmen wollten, andererseits mit Blick auf die Gesamtsituation und die unklaren Fundamentaldaten vorsichtig waren.

Was im Portfolio lief im März gut, was nicht so?

Den Abverkauf ab Ende Februar konnten wir durch die aktive Steuerung der Nettoaktienquote zuerst ganz gut abfedern. Im Gegenzug haben wir an den kurzen Erholungsphasen nur teilweise partizipiert, was aber im Einklang mit unserer Philosophie der Risikoreduzierung steht. Trotzdem konnten wir im Monatsverlauf die Verluste soweit reduzieren, dass wir den Monat mit einer leichten Outperformance abschließen konnten.

Betreiben Sie Risikosysteme? Wann haben die wie angeschlagen?

Den einen richtigen Einstiegszeitpunkt bei einer Aktie zu treffen ist kaum möglich Wir setzen deshalb darauf, behutsam Positionen aufzubauen. Aktuell liefert unser „Mr. Market-Cockpit“, in dem wir verschiedenste Finanzmarkt-, Sentiment- und Fundamentaldaten bündeln, Einstiegssignale, die wir als Fondsmanager mit ruhiger Hand umsetzen.

Wie haben Sie Ihr Portfolio im März verändert?

Wir haben einzelne Werte wie Tom Tom, Croda und Thermo Fischer verkauft. Auch Positionen in einigen Unternehmen, die sich sehr gut gehalten haben, wie Freenet oder Sunrise, haben wir reduziert. Neu hinzugekauft wurden der Brauerei-Riese Anheuser Busch Inbev, der Internetdomain-Anbieter Verisign und der deutsche Finanzdienstleister Grenke. Gleichzeitig haben wir unsere Positionen bei Amazon und Alibaba aufgestockt.

Wie sind Sie jetzt aufgestellt und blicken in die Zukunft?

Die Tiefstkurse dürften wir gesehen haben. Die enorme Fiskalpolitik und die Liquidität schieben den Markt an. Trotzdem agieren wir vorsichtig. Wir wollen eher langfristig investieren, deshalb achten wir bei der Qualität der Unternehmen auf die Bilanzen und die Verschuldung. Gleichzeitig ist die Liquidität der Positionen für uns ein wichtiger Faktor, um das Portfolio trimmen zu können, wenn es noch einmal Abwärts geht.

Wie hoch war und ist Ihre Kasse?

Unsere Kasse ist relativ gering, da wir zwischenzeitlich immer wieder über sehr liquide Futures abgesichert sind beziehungsweise auch sein werden. Damit sind wir deutlich flexibler, zugleich sind die Transaktionskosten deutlich niedriger.

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