Finanzstärke in der Lebensversicherung Diese 13 Lebensversicherer erhalten ein Top-Rating

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Zinsgarantien werden teurer

Garantieanforderungen im Bestand der deutschen Lebensversicherer sind eine teure Angelegenheit. Die Rechnungszinsverpflichtungen stiegen gemäß Angaben in den Mindestzuführungsverordnungen (MindZV) um 12,3 Prozent auf inzwischen 31,67 Milliarden Euro. Bei insgesamt 22 der 79 untersuchten Gesellschaften waren die Belastungen durch die Rechnungszinsen höher als die anrechnungsfähigen Kapitalerträge.

Das bedeutet bei Quoten von über 100 Prozent, dass bei diesen Gesellschaften die anrechenbaren Kapitalerträge des Jahres nicht genügten, um die Anforderungen aus dem Rechnungszins im Bestand zu erfüllen. In diesen Fällen musste auf andere Ergebnisquellen wie Eigenmittel oder Risikogewinne zurückgegriffen werden.

>>Vergrößern! Grafik: Franke und Bornberg Research GmbH

Die Übersicht zu dieser Kennzahl verdeutlicht zudem, dass die einzelnen Anbieter von der Rechnungszinsverpflichtung in sehr unterschiedlicher Höhe betroffen sind. Dabei wird einmal mehr deutlich, dass Kennzahlen generell nicht isoliert betrachtet oder überbewertet werden sollten. Zudem gilt es immer auf die Zusammenhänge zwischen den Kennzahlen und dem Bestandsmix zu achten. Hohe Anteile an Risiko- und/oder fondsgebundenen Policen bewirken in der Regel deutlich andere Ergebnisse als konventionelle Verträge.

Bedeutung von Analysen und Vergleichen

„Die anhaltende Niedrigzinsphase, die zunehmende Digitalisierung und der enorme Kostendruck schaffen große Herausforderungen für Versicherungsunternehmen. Eine sorgfältige Analyse auf Anbieter- und Produktebene gewinnt daher immer mehr an Bedeutung, wenn es um die Auswahl eines passenden Vertrages geht“, kommentiert Reinhard Klages, Chefredakteur des Map-Reports, die Ergebnisse.

„Vieles spricht dafür, dass stabilisierende Maßnahmen weiterhin auf der Tagesordnung der Branche stehen werden. Vor allem die Kapitalanlage ist eine zentrale Herausforderung, um der andauernden Niedrigzinsphase zu entkommen. Die Kapitalanforderungen bei Aktien und Immobilien sollten dringend im Sinne der Kunden angepasst werden“ ergänzt Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter von Franke und Bornberg und Herausgeber des Map-Reports.

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